Städtebaulicher Neuanfang für Koblenz

Veröffentlicht am 18.10.2011 in Wirtschaftspolitik

Am Sonntag, 16. Oktober, war nach 185 Tagen der Koblenzer Buga-Sommer zu Ende.
Das Großereignis hat seine Erwartungen übertroffen, rund 3,5 Millionen Besucher wurden gezählt. Dabei faszinierte die Buga nicht nur die Menschen in Koblenz.

Eigentlich kann in den kommenden Jahren nichts mehr schief gehen, weil die Deutschen Ihr eigenes Land neu entdecken – es sei denn, die Menschen in der Region erfinden ihre alten Fehler neu, lehnen sich selbstzufrieden zurück oder reden den Standort schlecht.
Gerade in wirtschaftlichen unruhigen Zeiten wäre beides verhängnisvoll. Denn die Region Mittelrhein hat das Potenzial, sich vor dem Hintergrund ihrer soliden mittelständischen Struktur unabhängig von der Großen Politik stabil zu entwickeln – aber nur, wenn wir uns nicht auf den Lorbeeren ausruhen.
Der simple Mechanismus zeigt: Von den gewaltigen Investitionen in das Oberzentrum profitiert die ganze Region Mittelrhein.

Nach Einschätzung der Wirtschaftsförderung wird jeder Euro, der von der öffentlichen Hand für die Koblenzer BUGA ausgegeben wurde, Folgeinvestition in fünffacher Höhe nach sich ziehen. Städtebauliche Maßnahmen sind deshalb nie Selbstzweck, sondern immer auch ein Beitrag zur Wirtschaftsförderung.

Die Bilder der städtebaulichen Missstände in Koblenz aus jüngster Vergangenheit sind in vielen Köpfen bereits Verblasst. Nur deshalb ist zu verstehen, warum die Frage „Was bleibt danach“ so häufig gestellt wird. Dabei steht fest, dass die Voraussetzungen für ein langes Nachwirken der Buga längst geschaffen sind. Dort, wo einst parkende Autos die Wirkung historischer Gebäude versperrte, gibt es jetzt Grünflächen und breite Gehwege. Fern scheint die Zeit, in der Clemensplatz und Kurfürstliches Schloss wie ein Fremdkörper wirkten.
Alte, gewachsene Sichtachsen wurden wider hergestellt – und das Rheinufer, das lange ein „Eigenleben“ führte, so gut eingebunden, dass auch ortskundige Gäste leicht das Zentrum finden und dadurch motiviert werden, das Herz von Koblenz zu erkunden.

Davon soll die gesamte Region Mittelrhein profitieren, so der Wirtschaftspolitische Sprecher der SPD Fraktion Manfred Bastian. „Wir Koblenzer haben seit der BUGA einen viel größeren Stolz auf unsere Stadt und uns selbst entwickelt, Koblenz hat erfolgreich für sich geworben“.
Trotzdem kann die Koblenzer Bundesgartenschau nicht isoliert gesehen werden. Sie war vielmehr ein wichtiger Ausgangspunkt für weitere günstige städtebauliche Entwicklungen. Die Investition im hohen Millionenbereich hat nicht nur die Alt- und Innenstadt neu aufblühen lassen. So ist die Festung viel näher an die Innenstadt gerückt und hat sich längst in einen „Kulturfels“ verwandelt, der auch nach der Bundesgartenschau weiter ausgebaut wird.
Was für das Festungsplatau gilt, gilt übrigens auch für die Innenstadt, deshalb müssen alle wichtigen Maßnahmen „verlängert“ werden.

Fazit:
Die „Stadt zum Bleiben“ ist nach der Buga erst der Anfang einer städtebaulichen Entwicklung, die weiterhin eine große Aufgabe ist.